Foto: Björn Gerteis

Editorial karl. 1/20

#zusammenhalten

Ich hoffe, es geht Dir gut. Ich schreibe diese Zeilen an einem Abend, nachdem die Welt sich tagsüber von ihrer schönsten Seite gezeigt hat. Blauer Himmel, keine Wolken, klare Luft, die Sonne lacht – ein perfekter Tag. Eigentlich. Es ist Ende März. Corona-Krise. Kontaktsperre. Unsicherheit. Zukunftsangst. Angst um die eigene Gesundheit, die Gesundheit der Familie, von Freunden. Ich freue mich über die Sonnenstrahlen auf meiner Haut, allerdings fühlen sie sich kalt an.

Doch es gibt die kleinen Momente, die auch in dieser großen schwierigen Zeit die Kraft haben, ein Lächeln in mein Gesicht zu zaubern. Zum Beispiel der Augenblick, als sich meine kleine Tochter auf ihr Laufrad schwingt und nach zwei Tagen beschwerlichen Schiebetrainings auf einmal losfährt und die neue Freiheit genießt. Es sind diese Momente, die mir zeigen, dass es sinnvoll ist, für Dich eine KARL-Ausgabe mitten im Virus-Lockdown auf die Beine zu stellen.

Unsere Gedanken kreisen zur Zeit um vieles, der Mittelpunkt ist dabei selten das Fahrrad. Aber es begleitet uns. Es lenkt uns ab. Es gibt nicht nur meiner kleinen Tochter ein völlig neues Freiheitsgefühl, sondern schenkt uns in der Corona-Krise sichere Mobilität und Ablenkung – und das alles im Rahmen der Verordnungen (Stand Mitte April), die unser tägliches Leben stark einschränken, um die Verbreitung des Virus einzudämmen und so das Leben vieler zu schützen.

An dieser Stelle möchte ich auch die Leserinnen und Leser der Zeitschrift Cycle begrüßen. KARL und Cycle gehen von dieser Ausgabe an einen gemeinsamen Weg. Wir halten zusammen. Ich hoffe, dass Du uns begleitest. KARL und Cycle lieben das Fahrrad, genauso wie Du. Als Cycle-Leser wirst Du in KARL viele neue Blickwinkel auf das Rad kennenlernen, solltest Du lieb gewonnene Aspekte vermissen, freue ich mich sehr über eine Nachricht.

Ich wünsche Dir jetzt viel Spaß und Ablenkung bei der Lektüre. Alles Gute!

Björn Gerteis
Redaktionsleiter KARL