Foto: Stadt Herrenberg

Interview: „Die Stadt braucht mehr Radfahrer“

Ein Beispiel für Deutschland: Herrenberg ist eine von fünf Modellstädten für schadstoffarme Verkehrskonzepte. Karl sprach mit Oberbürgermeister Thomas Sprißler.

KARL: Herrenberg gehört zu den fünf Modellstädten in Deutschland, die Konzepte erarbeiten sollen, um zu hohe Stickoxidemissionen in den Griff zu bekommen. Zunächst: Was führt speziell in Herrenberg zu den erhöhten Schadstoffwerten?

Thomas Sprißler: Durch Herrenberg führen drei Bundesstraßen, und es gibt städtebaulich nur begrenzt Ausweichmöglichkeiten, um den Verkehr anders zu lenken. Die Verkehrsmenge spielt eine tragende Rolle für die Luftqualität, die in Herrenberg noch nicht ganz den vorgeschriebenen Wert erreicht hat. Zu den Ursachen gehört auch der Binnenverkehr, also die Bürgerinnen und Bürger, die mit dem Auto in die Innenstadt fahren.

KARL: Warum ist gerade Herrenberg exemplarisch für andere Städte?

Thomas Sprißler: Funktionierende Modelle für kleinere und mittlere Städte können nicht an Großstädten wie München oder Berlin erprobt werden. Wir setzen nicht auf punktuelle Maßnahmen, sondern darauf, Mobilitätsansätze für verschiedene Verkehrsarten zu entwickeln, und nehmen dabei die Bürger mit ins Boot, denn nur wenn sich der Autofahrer im Alltag tatsächlich für eine alternative Fortbewegungsart entscheidet, ändert sich etwas.

KARL: Welche Maßnahmen wollen Sie denn ganz konkret treffen?

Thomas Sprißler: Wir merken deutlich, dass bereits bestehende Maßnahmen wie zum Beispiel das Cityticket oder die Umweltzone einen Effekt haben: In den letzten Jahren ist die Stickoxidbelastung an der Messstation in Herrenberg um rund zwanzig Prozent gesunken. Hieran wollen wir anknüpfen und als Modellkommune zum Beispiel die Verkehrssteuerung digital optimieren, den ÖPNV verbessern, den Radverkehr stärken und bei der Stadtverwaltung das betriebliche Mobilitätsmanagement ausbauen.

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