Foto: Sainsburys

Lastenräder: Die bringen’s

Wenn Sander Vandenberghe die beiden verschnörkelten Türme des Kulturzentrums „Vooruit“ in Gent sieht, bremst er sein Lastenrad intuitiv etwas ab. Früher krochen hier Autokolonnen übers Pflaster. An heißen Sommertagen war die Luft so schlecht, dass „die Abgase regelrecht in den Lungen brannten“, erinnert sich der Gründer des Lastenrad-Kurierdiensts Cargo Velo. Heute ist die Luft deutlich besser. Gent hat die Autos aus dem Zentrum ausgesperrt. Bremsen muss Vandenberghe hier aber immer noch. Nun für verträumte Fußgänger, die selbstvergessen über die Straße bummeln. Den Lastenradkurier stört das nicht.

Im Gegenteil. Ihm gefällt, wie die Bewohner der belgischen Hafenstadt die engen Gassen und historischen Plätze zurückerobern. Seit anderthalb Jahren geht das schon so. Damals hat die Verwaltung einen neuen Mobiltätsplan über Nacht umgesetzt und den Verkehr in der City radikal verändert. Ein Teil der Innenstadt ist seitdem autofrei und der Durchgangsverkehr ausgesperrt. Wer mit dem Pkw von einem der sechs Quartiere ins nächste will, muss einen Umweg über die neue Ringstraße fahren. Das ist umständlich und kostet Zeit. Deutlich schneller geht es mit dem ÖPNV oder per Fahrrad. Die Stadtbewohner schätzen das. In den vergangenen Monaten ist der Radanteil in Gent um 25 Prozent gestiegen – und mit ihm die Zahl der E-Bikes und Lastenräder. Denn die leisen, sauberen Schwertransporter dürfen jederzeit Waren ins autofreie Zentrum liefern. Pkw und Transporter haben hingegen nur morgens und abends nach Ladenschluss kurze Zeiten zum Ausliefern.

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