Foto: Michael Orth

Schlau statt Stau: Bikes für Pendler

Pendeln belastet, das legen die Ergebnisse vieler Studien nahe. Es stresst die Psyche und macht anfälliger für Krankheiten. Der alltägliche Irrsinn auf dem Arbeitsweg belastet die Umwelt, kostet Nerven, Zeit und Geld. Es sei denn, man nimmt das Rad.

Stop-and-go. Wieder mal. Bin ich zu spät? Umleitung, wieso das jetzt? … es infolge von Gleisarbeiten achten Sie nein! Volle Straßen, … bitte be … Oh kommt – – volle Bahnen, Rücksichtslosigkeit, Hetze, alle mit dem Kopf schon woanders, viele dort, wo sie gar nicht sein wollen, aber hin müssen. Das drückt auf die Stimmung. Dabei könnte der morgendliche Weg zur Arbeit statt Zeitverlust einen Gewinn für Gesundheit und Wohlbefinden bringen, dann nämlich, wenn dieser Weg uns in Bewegung bringt, weil wir eine alltägliche Notwendigkeit als alltägliche Möglichkeit begreifen, nicht den Motor anzuwerfen, sondern den Kreislauf.

Die Weltgesundheitsorganisation sieht in der zunehmenden Bewegungsarmut eines der Hauptrisiken für physische Erkrankungen wie Schlafstörungen, Bluthochdruck, Kopf- und Rückenschmerzen, Gelenk- und muskuläre Probleme sowie Übergewicht. Mehr Bewegung, so die WHO, helfe nachgewiesenermaßen auch, mit seelischen Belastungen besser umgehen zu können. Alles spricht dafür umzusteigen. Das Rad verwandelt eine belastende Zeit in Regenerationszeit, weil es Stressabbau und Fitness fördert. Der tägliche Arbeitsweg wird im Sattel zum Erlebnis. Nach einer Studie des Bonner Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung jedoch nutzen mehr als zwei Drittel der Berufspendler das Auto, bei einer Streckenlänge zwischen 25 und 50 Kilometer
sind es sogar 84 Prozent – und meistens nutzen sie das Auto allein.

Demgegenüber liegt nach Informationen des ADFC der Anteil der Fahrradpendler (genauer gesagt: der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege zur Arbeit) in Deutschland bei nur etwa elf Prozent. Zwar kommen so immerhin 6,2 Milliarden Fahrradkilometer pro Jahr zusammen und 1,8 Milliarden „mit dem Fahrrad zur Arbeit beförderte Personen“. Doch während im Rahmen der Fahrradmonitor-Studie des Verkehrsministeriums 64 Prozent der Befragten angaben, mehrmals pro Woche oder gar täglich das Auto zu benutzen, fährt nur etwa ein Drittel der Befragten so oft Fahrrad. Als tägliches Verkehrsmittel nutzen es nur 14 Prozent. Und: Über die vergangenen zehn Jahre betrachtet hat „das Auto am Pendlerverkehr einen unverändert hohen Anteil“, wie die ADFC-Pressereferentin Floriane Lewer sagt. Allerdings gebe es ein immenses Potenzial, mehr
Pendler zum Umsteigen aufs Rad zu bewegen. Denn die Hälfte aller Pendlerstrecken ist kürzer als zehn Kilometer und damit ideal, um sie mit dem Rad in Angriff zu nehmen oder um eine Kombination von Fahrrad und Öffentlichen in Betracht zu ziehen.

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